Fliegen bei Schnee und Eis



 

Wenn es draußen schneit, die Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen und alles glatt ist, fragst du dich vielleicht, ob das Auswirkungen auf deinen Flug hat. Genau das erkläre ich dir hier. Ich zeige dir, was in der Fliegerei getan wird, um auch bei winterlichen Bedingungen sicher fliegen zu können und warum es im Winter häufiger zu Verspätungen oder Flugausfällen kommt.

 

Wenn du das Thema lieber hören statt lesen möchtest, kannst du dir hier die passende Podcastfolge anhören.

 

In der Episode erkläre ich dir ausführlich, wie Fliegen bei Schnee und Eis funktioniert, was hinter Enteisung steckt und warum Verspätungen oder Ausfälle im Winter oft ein wichtiges Sicherheitsplus sind.

 

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Podcast - Fliegen bei Schnee und Eis
Fliegen bei Schnee & Eis

 

 

Und jetzt zeige ich dir Schritt für Schritt, was im Winter am Flughafen und am Flugzeug passiert und welche Auswirkungen Winterwetter auf den Flugbetrieb haben kann.

 

1. Winterwetter als Herausforderung für Flughäfen

2. Start und Landung bei Schnee und Eis

3. Darum müssen Flugzeuge enteist werden

4. Eis auf Tragflächen und seine Auswirkungen

5. Warum du dich beim Fliegen im Winter sicher fühlen kannst

 


1. Winterwetter als Herausforderung für Flughäfen

Der Winter macht auch vor Flughäfen nicht halt. Schnee, Eis und Minusgrade stellen den Flugbetrieb jedes Jahr vor besondere Herausforderungen. Deshalb kommt es in dieser Jahreszeit häufiger zu Flugannullierungen. Diese Entscheidungen werden nicht leichtfertig getroffen, sondern dienen deiner Sicherheit.

Auch wenn ein gestrichener Flug im ersten Moment ärgerlich ist, ist er manchmal die sicherere Option.

 


2. Start und Landung bei Schnee und Eis

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für einen sicheren Flugbetrieb ist eine freie Start und Landebahn. Genau wie auf der Straße fährt es sich auch für Flugzeuge nur dann sicher, wenn Schnee und Eis entfernt wurden. Sobald die ersten Schneeflocken fallen, rücken die Räumdienste aus und reinigen die Bahnen. Währenddessen sind diese kurzfristig gesperrt.

 

Auch nach dem Räumen bleibt die Kapazität eingeschränkt. Die Flugsicherung im Tower vergrößert den Abstand zwischen startenden und landenden Flugzeugen. Während im Normalbetrieb etwa alle zwei Minuten ein Flugzeug startet oder landet, sind es bei Winterwetter deutlich weniger. Das führt zwangsläufig zu Verzögerungen.

 


3. Darum müssen Flugzeuge enteist werden

Nicht nur die Startbahn, auch das Flugzeug selbst braucht im Winter besondere Aufmerksamkeit. Schnee oder Eis auf den Tragflächen ist ein absolutes Sicherheitsrisiko.

 

Deshalb werden Flugzeuge kurz vor dem Start enteist.

 

Dabei kommen spezielle Enteisungsflüssigkeiten zum Einsatz. In der Regel handelt es sich um ein Zwei Phasen System:

 

1. Zunächst wird heißes Wasser mit Glykol auf die Tragflächen gesprüht, um Schnee und Eis zu entfernen. Diese Flüssigkeit ist oft grün oder orange eingefärbt, damit sichtbar ist, welche Bereiche bereits behandelt wurden.

 

 

2. In einem zweiten Schritt wird eine eingedickte Enteisungsflüssigkeit aufgetragen. Sie haftet länger auf dem Flugzeug, hält Temperaturen bis etwa minus 25 Grad stand und verhindert für eine gewisse Zeit, dass sich erneut Eis oder Schnee ablagert.

 

Erst danach rollt das Flugzeug zur Startbahn und startet ganz normal.

 

 

Schau dir hierzu gerne folgenden Blogbeitrag an:

Enteisen ist Pflicht und keine Option

Ein Flugzeug zu enteisen ist heute zwingend vorgeschrieben. In der Vergangenheit gab es tragische Unfälle, bei denen fehlendes Enteisen eine entscheidende Rolle spielte. Ein bekanntes Beispiel ist der Air Ontario Flug 1363 im Jahr 1989.

 

Damals startete eine Fokker F28 mit einer Schneeschicht auf den Tragflächen. Das Flugzeug konnte keinen ausreichenden Auftrieb erzeugen und stürzte kurz nach dem Start ab.

 

Ursache war eine Kombination aus Schnee auf den Tragflächen, technischen Problemen und fehlenden klaren Vorschriften. Aus diesem Unfall hat die Fliegerei viel gelernt. Heute gibt es eindeutige Regeln, verpflichtende Enteisungsverfahren und eine bessere technische Ausstattung an Flughäfen.

 


4. Eis auf Tragflächen und seine Auswirkungen

Schon eine dünne Schicht Schnee oder Eis kann den Auftrieb erheblich reduzieren. Durch Verwirbelungen an den Tragflächen entsteht zu wenig Auftrieb oder im schlimmsten Fall ein Strömungsabriss. Deshalb gilt die klare Regel, dass Tragflächen vor dem Start vollständig frei von Schnee und Eis sein müssen.

 

Ein weiterer Faktor ist das zusätzliche Gewicht. Mehrere Zentimeter Schnee oder Eis können schnell mehrere hundert Kilogramm ausmachen. Dadurch stimmen die Berechnungen im Cockpit nicht mehr, etwa für Startstrecke, Schubleistung oder Kerosinmenge. Solche unkontrollierbaren Variablen werden bewusst vermieden.

 

 


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5. Warum du dich beim Fliegen im Winter sicher fühlen kannst

Auch wenn Winterwetter den Flugbetrieb komplexer macht, ist die Sicherheit immer oberste Priorität. Klare Regeln, moderne Enteisungsverfahren und geschulte Crews sorgen dafür, dass nur dann gestartet wird, wenn alle Bedingungen stimmen.

Wenn ein Flug im Winter ausfällt oder sich verspätet, dann geschieht das zu deinem Schutz.

 

 

Fliegen bei Schnee und Eis ist also sicher, weil nichts dem Zufall überlassen wird.

 

Genau deshalb kannst du dich auch in der kalten Jahreszeit entspannt zurücklehnen.

 

 

 Alles Liebe,

🪽Deine Linda

 


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